Matthias Moravek – Luftnummern

LUFTNUMMERN

Matthias Moravek

Eröffnung am 25.04.2026, 18 Uhr
25. April bis 06. Juni 2026
geöffnet immer donnerstags und samstags von 16 bis 18 Uhr
Kunstraum Neu Deli, Sebastian-Bach-Str. 23, 04107 Leipzig

 

Matthias Moraveks künstlerische Praxis bewegt sich seit Jahren in einem produktiven Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen malerischer Geste und konzeptueller Präzision. Seine Arbeiten entfalten Bildräume, die weniger als Darstellungen von Natur denn als Reflexionen ihrer kulturellen, historischen und medialen Konstruktion zu lesen sind.
Für den Kunstraum Neu Deli erweist sich Moraveks Werk als besonders anschlussfähig: Nicht zuletzt, weil es den Ausstellungsraum selbst als aktiven Resonanzkörper begreift. Zentral für Moraveks Denken ist die Idee des Kulissenhaften. Seine Wälder, Wolkenformationen, Dschungel oder Himmelsräume erscheinen vertraut und zugleich instabil. Sie evozieren Bildtraditionen von der Reiselithographie des 19. Jahrhunderts über Dioramen und Panoramen bis hin zu heutigen digitalen Bildwelten, ohne sich je auf eine eindeutige Referenz festzulegen. Stattdessen operiert Moravek mit Verschiebungen von Maßstab, Perspektive und Farbigkeit, die eine lineare Lesbarkeit unterlaufen. Der Betrachter befindet sich – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – „im Bild“ und ist gezwungen, seine eigene Position immer wieder neu zu justieren.
Das für Neu Deli entwickelte Ausstellungskonzept LUFTNUMMERN verdichtet diese Fragestellungen exemplarisch. Der Begriff verweist gleichermaßen auf artistische Akrobatik wie auf etwas Unfassbares, Übersteigertes oder Prekäres. Wolkenmodelle, Luftströmungen und meteorologische Phänomene fungieren dabei nicht als naturwissenschaftliche Illustration, sondern als Projektionsflächen für bildtheoretische und gesellschaftliche Fragen. Skulpturen wie die Luftnummer-Arbeiten, die auf historische Wolkenmodelle und Gaston Bachelards poetische Naturphilosophie anspielen, oszillieren zwischen Objekt, Bild und Modell. Sie behaupten Räumlichkeit, ohne sie zu stabilisieren, und setzen dem Ausstellungsraum fragile Marker aus Farbe, Holz und Luft.
In den Zeichnungsserien und grafischen Arbeiten setzt sich diese Ambivalenz fort. Linien, Flächen und Leerstellen erzeugen visuelle Turbulenzen, die weniger das Ereignis selbst als seine Darstellbarkeit verhandeln.

gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig

Kulturamt der Stadt Leipzig

LUFTNUMMERN

Matthias Moravek

Eröffnung am 25.04.2026, 18 Uhr
25. April bis 06. Juni 2026
geöffnet immer donnerstags und samstags von 16 bis 18 Uhr
Kunstraum Neu Deli, Sebastian-Bach-Str. 23, 04107 Leipzig

 

Matthias Moraveks künstlerische Praxis bewegt sich seit Jahren in einem produktiven Spannungsfeld zwischen Abstraktion und Figuration, zwischen malerischer Geste und konzeptueller Präzision. Seine Arbeiten entfalten Bildräume, die weniger als Darstellungen von Natur denn als Reflexionen ihrer kulturellen, historischen und medialen Konstruktion zu lesen sind.
Für den Kunstraum Neu Deli erweist sich Moraveks Werk als besonders anschlussfähig: Nicht zuletzt, weil es den Ausstellungsraum selbst als aktiven Resonanzkörper begreift. Zentral für Moraveks Denken ist die Idee des Kulissenhaften. Seine Wälder, Wolkenformationen, Dschungel oder Himmelsräume erscheinen vertraut und zugleich instabil. Sie evozieren Bildtraditionen von der Reiselithographie des 19. Jahrhunderts über Dioramen und Panoramen bis hin zu heutigen digitalen Bildwelten, ohne sich je auf eine eindeutige Referenz festzulegen. Stattdessen operiert Moravek mit Verschiebungen von Maßstab, Perspektive und Farbigkeit, die eine lineare Lesbarkeit unterlaufen. Der Betrachter befindet sich – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – „im Bild“ und ist gezwungen, seine eigene Position immer wieder neu zu justieren.
Das für Neu Deli entwickelte Ausstellungskonzept LUFTNUMMERN verdichtet diese Fragestellungen exemplarisch. Der Begriff verweist gleichermaßen auf artistische Akrobatik wie auf etwas Unfassbares, Übersteigertes oder Prekäres. Wolkenmodelle, Luftströmungen und meteorologische Phänomene fungieren dabei nicht als naturwissenschaftliche Illustration, sondern als Projektionsflächen für bildtheoretische und gesellschaftliche Fragen. Skulpturen wie die Luftnummer-Arbeiten, die auf historische Wolkenmodelle und Gaston Bachelards poetische Naturphilosophie anspielen, oszillieren zwischen Objekt, Bild und Modell. Sie behaupten Räumlichkeit, ohne sie zu stabilisieren, und setzen dem Ausstellungsraum fragile Marker aus Farbe, Holz und Luft.
In den Zeichnungsserien und grafischen Arbeiten setzt sich diese Ambivalenz fort. Linien, Flächen und Leerstellen erzeugen visuelle Turbulenzen, die weniger das Ereignis selbst als seine Darstellbarkeit verhandeln.

gefördert vom Kulturamt der Stadt Leipzig

Kulturamt der Stadt Leipzig
Matthias Moravek – Luftnummern
NeuDeli Kunstraum